Anti-Corruption International kommt nach Deutschland

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Die letzten Wochen haben gezeigt: das Thema Korruption in Deutschland spielt in den Köpfen der Bevölkerung nur eine untergeordnete Rolle. Auch bei Studenten ist das Interesse nicht besonders groß. Doch woran liegt das? Stimmt es, dass sobald im täglichen Leben Korruption nicht immer sichtbar ist, sie als gesellschaftliches Problem an Bedeutung verliert? Und gibt es so etwas wie eine globale Verantwortung gegenüber Ländern, die wir zwar in unsere Wirtschaftskreisläufe einbinden, in denen aber dennoch laut Korruptionswahrnehmungsindex Korruption sehr stark vorherrscht und in denen deutsche Unternehmen womöglich auch von Korruption profitieren?

Anti-Corruption International hat es sich zum Ziel gesetzt, diesen Fragen nachzugehen und für eine korruptionsfreie Welt einzustehen. Das National Chapter Germany konzentriert sich dabei darauf, Bewusstsein in der Gesellschaft, vor allem bei Studenten, zu schaffen. Der Start war eine Campus Tour, bei der sich eine Handvoll Mitglieder aus Tübingen auf den Weg gemacht hat, um mehr über die Wahrnehmung von Korruption unter Studenten zu erfahren. In Leipzig, Hamburg, Göttingen und Köln haben sie versucht, mit Studenten ins Gespräch zu kommen und mit einem für die Region Nordamerika-Westeuropa standardisierten Fragebogen mehr über die Bereitschaft, selbst korrupt zu handeln, in Erfahrung zu bringen. Des Weiteren konnten Befragte bewerten, inwiefern bestimmte Szenarien ihrer Meinung nach als korrupt angesehen werden können. Diese Umfrage ist Teil eines der ersten Projekte von ACI Germany mit dem Ziel, eine auf Deutschland zugeschnittene Definition von Korruption zu erstellen. Mit dieser Definition sollen in Zukunft Studenten besser angesprochen und das Anliegen von ACI besser vorgebracht werden können.

Wir würden uns sehr freuen, wenn auch du an der Umfrage teilnimmst.

Neben einer Diskussion zum Thema “Profitieren deutsche Unternehmen von Korruption im Ausland” und “der Rolle von ACI in Deutschland” mit Noor Naqschbandi vom UN Global Compact und der Alliance for Integrity in Berlin, besuchte ACI Germany auch das Strafrechtliche Institut der Universität Köln. Wenn man sich mit Korruption auseinander setzt, ist es hilfreich, auch junge Juristen an Bord zu haben, um sich besser im Dschungel der Regelungen und Gesetze zurechtzufinden, sowie konkrete Forderungen an die Gesetzgebung zu stellen.

Generell kann sich bei ACI jeder, unabhängig von seiner Studienrichtung, einbringen. Unser Ansatz basiert sehr stark auf dem Arbeiten mit unterschiedlichen Perspektiven. Anti-Corruption International ermöglicht es unseren Mitgliedern zudem, mit Studenten und jungen Berufstätigen aus aller Welt zusammenzuarbeiten und dabei durch die Mitarbeit an  Projekten zur Korruptionsbekämpfung beizutragen.

Momentan bereitet ACI Germany die Strategie für das nächste Semester vor und plant verschiedene Projekte. Eine Kombination aus Informationsveranstaltungen und Workshops soll die Bekanntheit von ACI steigern und Studenten für das Thema begeistern. Wenn du gerne an einem Anti-Korruptions-Workshop an deiner Universität teilnehmen möchtest, dann melde dich einfach unter germany@anticorruption-intl.org und wir organisieren einen solchen.

In dieser Woche findet die konstituierende Mitgliederversammlung von Anti-Corruption International Germany in Tübingen statt. Mitglieder, die nicht in Tübingen sind, können daran online teilnehmen. Auch in Deutschland ist Korruption leider noch ein großes Problem. Um das zu ändern, werden immer motivierte Menschen gebraucht. ACI gibt uns dazu das Netzwerk und das notwendiges Know-how – also worauf wartest Du noch? Werde Mitglied und hilf uns das National Chapter Germany aufzubauen.

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